| Fisch des Jahres 2009 Aal (Anguilla Anguilla)  Der Europäische Aal (Anguilla Anguilla) ist eine Art der Flussaale und in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet. Er hat einen schlangenförmigen, langgestreckten, drehrunden Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum. In der dicken Haut sind sehr kleine Rundschuppen eingebettet. Der europäische Aal hat ein oberständiges Maul, das heisst der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer. Die Färbung auf der Oberseite kann zwischen schwarz und dunkelgrün schwanken, wohingegen die Unterseite von gelb (junger, sog. Gelbaal) bis weiß (erwachsener, sog. Blankaal) variieren kann. Erwachsene Weibchen können bis zu 150 cm lang und 6 kg schwer werden, Männchen erreichen nur 60 cm Länge. Solche Grössen werden aber extrem selten erreicht, und schon ein Weibchen von einem Meter Länge ist ausgesprochen gross. Vom Amerikanischen Aal ist der Europäische Aal äusserlich kaum zu unterscheiden. Aale schlüpfen im Atlantik, in der Sargassosee (in der Nähe der Bahamas). Wegen ihrer Form heissen die Aallarven Weidenblattlarven (Leptocephalus-Larve). Etwa drei Jahre brauchen diese Larven, um von der Sargassosee an die europäischen Küsten zu gelangen. Während man früher annahm, dass sie sich dabei passiv vom Golfstrom tragen lassen, weiss man heute, dass die Larven aktiv schwimmen. Wenn die Weidenblattlarven in den europäischen Küstengewässern ankommen, wandeln sie sich zu den ca. 7 cm langen Glasaalen. Im Frühjahr schwimmen sie in zum Teil grossen Schwärmen von den europäischen Küsten flussaufwärts in die Binnengewässer des Landesinneren. Während dieser Zeit heissen sie „Steigaale“, wegen ihrer gelblichen Bauchfärbung auch „Gelbaale“. In ihren Heimatgewässern wachsen sie die nächsten Jahre zur vollen Grösse heran. Weibliche Tiere werden mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif, männliche bereits in einem Alter von sechs bis neun Jahren. Zum Ablaichen wandern die Tiere im September / Oktober aus den Gewässern des Landesinneren über die Flüsse dahin zurück, wo sie geschlüpft waren: in die Sargassosee. Dabei werden innerhalb eines Jahres teilweise Strecken von über 5000 Kilometern ohne Nahrungsaufnahme gegen den Golfstrom zurückgelegt. Während der letzten Zeit in den Binnengewässern und auf dem Weg zurück zum Meer verändern sich die Körpermerkmale der Tiere: Ihre ursprüngliche Färbung wechselt von grün - braun zu silbrig - grau, der After zieht sich ein und die Augen vergrössern sich – der Aal wird zum „Blankaal“. Dieser Umwandlungsprozess dauert ca. vier Wochen. In dieser Zeit wird die Nahrungsaufnahme immer weiter eingeschränkt und schliesslich ganz eingestellt, denn der Verdauungstrakt bildet sich komplett zurück. Statt dessen entwickeln sich die Geschlechtsorgane, die später die gesamte Leibeshöhle einnehmen. Die Energie für den „Umbau“ des Körpers und für die lange Reise zum Laichort entnehmen die Aale ausschliesslich ihren Fettreserven, die sie sich im Laufe der Jahre angefressen haben. Das Fettreservoir wird in den Eingeweiden und unter der Haut gebildet: Aale gehören zu den so genannten „Fettfischen“, denn ihre Körpermasse kann bis zu 30 % aus Fett bestehen. Das Umfärben ist vermutlich eine Anpassung an die Gegebenheiten des offenen Meeres - dort ist ein silbrig - glänzender Unterbauch weniger auffällig als ein gelber. Auch die vergrösserten Augen der Tiere könnten eine weitere Anpassung an die Gegebenheiten des Meeres sein. Während der Wanderung müssen sich die Aale den erheblichen Änderungen in der Umgebungsosmolarität anpassen. Dabei kommt es zu Umwandlungen in den Kiemenepithelien der Tiere. Dieser Prozess wird vor allem durch Prolaktin gesteuert, ein Hormon, das beim Menschen vor allem aufgrund seiner Wirkung auf die Milchdrüsensekretion bekannt ist. In der Sargassosee laichen die Tiere ab und sterben. Aale sind in der Lage, beachtliche Strecken über feuchtes Land zurückzulegen, denn sie können den lebensnotwendigen Sauerstoff über die Haut aufnehmen. Aale sind insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich vorwiegend von Würmern, (Klein-)Krebsen, Insektenlarven etc., aber auch von Fischlaich und Fischen. Kleinfische werden aktiv im Mittelwasser und an der Wasseroberfläche gejagt. Dabei entpuppt sich der Aal als geschickter Jäger. Der Europäische Aal kommt in unseren Gewässern in zwei Ernährungsvarianten vor: Variante 1 ist der Spitzkopfaal, mit schmalem Kopf und spitz zulaufender Schnauze, der sich vorwiegend von Krebsen etc. ernährt. Variante 2 ist der Breitkopfaal, mit breitem Kopf und breiter Schnauze, ein Fischjäger. Beide Formen existieren auch nebeneinander in den gleichen Gewässern, wobei die prozentuale Verteilung auf die beiden Formen ausschliesslich von dem vorherrschenden Nahrungsangebot abhängt. So wird man in Gewässern mit einem übermässigen Bestand an kleinen Fischen und einem geringen Bestand an Krebsen bis zu 90 % Breitmaulaale im Verhältnis zu Spitzmaulaalen finden und umgekehrt. Die oft verbreitete Aussage, Aale seien Aasfresser, resultiert aus ihrem Versteckverhalten, was früher durch das Auslegen von Tierschädeln zum Fang genutzt wurde. Diese Fangmethode wurde in der Blechtrommel von Günter Grass literarisch zwar sehr schön, fachlich aber grundfalsch beschrieben. Fischer wissen, dass Aale bestenfalls frisch getötete Köder fressen, niemals aber verweste. Der Grund liegt nicht zuletzt in dem extrem fein ausgebildeten Geruchssinn des Aales begründet. Er ist in der Lage, einzelne Geruchs- oder Geschmacksmoleküle wahr zu nehmen. Seine röhrenartig ausgebildeten Nasenlöcher befähigen ihn zudem, eine Geruchsspur in allen drei Dimensionen wahr zu nehmen und zu verfolgen (stereoskopisches Riechen). Gefährdungen: Grundsätzlich gehen die Aalfänge in Europa seit Jahren stark zurück. Es wird bereits über ein partielles Fangverbot nachgedacht. Dass der Aalbestand in den europäischen Gewässern zurückgeht, liegt unter anderem daran, dass die Glasaale vor den Küsten Spaniens und Frankreichs gefangen und dann nach Asien als Delikatesse verkauft werden. In den letzten Jahren gingen die Fangzahlen dramatisch zurück (laut Greenpeace in den letzten 20 Jahren um 99%). Schwimmblasenwurm Der aus dem asiatischen Raum eingeschleppte Parasit lebt als Larve obligat in Hüpferlingen und wird mit ihnen vom fressenden Aal aufgenommen. Im Aal entwickelt sich der Wurm und wandert in die Schwimmblase, wo er von Epithel- und auch Blutzellen lebt. Die Schwimmblase wird durch den Wurm geschädigt und kann ihre Funktion, das Austarieren des Fisches im Freiwasser, nicht mehr erfüllen. So lange der Aal im Süsswasser lebt, ist er ein Bodenfisch, der nur wenig auf seine Schwimmblase angewiesen ist. Sobald er aber als Blankaal ins Meer wandert, wird die Schwimmblase zu seinem wichtigsten Druckausgleichsorgan. Eine geschädigte Schwimmblase kann aber dem Aal kein schwereloses Schweben im Wasser mehr ermöglichen, so dass der Aal vermehrt Energie ins Schwimmen stecken muss. Diese Energie, die er ja ausschliesslich aus seinen Fettreserven bezieht, reicht dann evtl. nicht mehr für die gesamte Reise aus, bzw. fehlt beim späteren Laichgeschäft. Das heißt, dass der Aal während der Reise verhungert bzw. später nicht mehr laicht. Umweltverschmutzung Viele Giftstoffe, die in die Flüsse gelangt sind, sind fettlöslich. Der Aal nimmt sie mit seiner Nahrung auf und reichert sie dadurch in seinen Fettvorräten an. Beim Umbau seines Körpers Abbau der Verdauungsorgane, dafür Aufbau der Geschlechtsorgane gelangen diese Giftstoffe in die Gonaden und verhindern eine erfolgreiche Reproduktion. Gewässerverbauung Zwar zeichnet sich der Aal durch ein extrem zähes Wanderverhalten aus, das ihn zu Landgängen befähigt oder ihn sogar glatte Betonwehre überwinden lässt, doch bei der Abwanderung werden die Blankaale in grosser Zahl Opfer der Wasserkraftwerke. Sie lassen sich weitgehend passiv mit der Strömung treiben, und gelangen dadurch in die Turbinen der Kraftwerke. Der Europäische Flussaal ist vom Aussterben bedroht. Schätzungen gehen davon aus, dass es diesen Fisch in 20 bis 30 Jahren in europäischen Gewässern nicht mehr geben wird. Bedeutung in der Küche Der Aal ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein extrem fettreiches Fleisch auszeichnet. Aufgrund seines Fettgehaltes eignet er sich besonders zum Räuchern. Er wird aber auch gebraten oder gekocht. Darreichungsformen sind neben Räucheraal, der Aalspiess und die Aalsuppe. Als Spezialität im Hannöverschen Raum wird vor allen Dingen Steinhuder Rauchaal auch als "Aal in Gelee" und "Aal grün" zubereitet. Die berühmte Hamburger Aalsuppe ist dagegen ursprünglich nicht mit Aal gekocht, heute gehört Räucheraal jedoch meist zu den Zutaten. Das Blut des Aals enthält ein homolymtisches Gift (Ichthyotoxin), welches allerdings beim Kochen, Braten oder Räuchern neutralisiert wird. Aalblut sollte daher nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Das kann zu Lähmungserscheinungen oder Erbrechen führen.  Fisch des Jahres 2008 Bitterling (Rhodeus amarus; Syn.: Rhodeus sericeus amarus Pallas, 1776)  Karpfenfisch (Cyprinidae). Er ist in pflanzenreichen, flachen, langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit sandigem oder schlammigen Grund zu finden. Die Bitterlinge sind bei der Fortpflanzung auf Muscheln angewiesen, die den selben Lebensraum bewohnen. Die 6 bis 9 cm großen Fischen ernähren sich von Wirbellosen und Algen des Planktons. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Mitteleuropa nördlich der Alpen, nach Westen bis zum Rheingebiet, nach Osten bis zum Kaspisches Meer. Sie fehlen jedoch in Skandinavien, Dänemark und einem Großteil Großbritanniens. Der Bitterling ist eine kleine Fischart mit relativ hohem Rücken und halbunterständigem Maul. Den Körper schützen grosse Schuppen, die Poren der unvollständigen Seitenlinie sind nur auf den ersten 4 bis 7 Schuppen hinter dem Kopf erkennbar. Den größten Teil des Jahres ist der Rücken graugrün gefärbt, Seiten und Bauch sind silbrig. Über die Mitte der Seiten zieht sich ein opalisierender Streifen blaugrüner Farbe. In der Laichzeit intensivieren sich die Farben der Männchen und auf zwei Stellen über den Augen und dem Maul erscheinen Laichwarzen. Gleichzeitig sind die Seiten rotviolett und hinter den Kiemendeckeln erscheint ein blauer Fleck. Die Laichzeit findet zwischen April und Juni statt. In dieser Zeit wächst den Weibchen hinter der Afteröffnung eine 5 bis 6 cm lange Legeröhre. Diese hilft dem Weibchen, die Eier (pro Weibchen insgesamt 40 bis 100 Stück mit bis zu 3 mm Durchmesser) in den Kiemenraum grosser Süßwassermuscheln abzulegen, wobei jede Muschel nur ein bis zwei Eier erhält. Die Spermien der Männchen gelangen durch das Atemwasser in den Kiemenraum der Muscheln und befruchten dort die Eier. Bis die Larven schwimmen können, bleiben sie vor Feinden weitgehend geschützt in den Muscheln. Bitterlinge leben meist in Flussunterläufen, alten Flussarmen und einigen Seen, wo sie Buchten mit schlammigem Grund aufsuchen, in denen Flussmuscheln (Unio) oder Teichmuscheln (Anodonta) vorkommen. Die Männchen suchen sich im Frühjahr eine Muschel aus und vertreiben anfangs auch die Weibchen von ihr. Die Anwesenheit von Muscheln lässt beim Männchen erst die Umfärbung zum "Hochzeitskleid" und das Balzverhalten aus. Nähert sich ein geschlechtsreifes Weibchen, beginnen sie, es in einem komplizierten Ritual zu ihrer Muschel zu locken. Schließlich schiebt das Weibchen die Legeröhre in den Kiemenraum der Muschel und legt dort ihre Eier ab. Das Männchen läßt über der Einsaugöffnung des Weichtieres seine Samenflüssigkeit ("Milch") ab, die mit dem Wasser zum Rogen gelangt. Die befruchteten Eier entwickeln sich im Innern der Muschel und verlassen nach zwei bis vier Wochen diese als kleine Bitterlinge. Das Männchen lockt sogar gelegentlich mehrere Weibchen zu seiner Muschel. Dieselbe Muschel nutzen oft auch andere Bitterlingspaare, so dass man in ihr mitunter über 100 verschiedene Entwicklungsstadien der kleinen Bitterlinge zählen kann. Die vier bis fünf Jahre alt werdenden Fische erlangen im zweiten Lebensjahr die Geschlechtsreife. Aufgrund seiner speziellen Fortpflanzungsbiologie, also der Abhängigkeit vom gleichzeitigen Vorkommen bestimmter Muschelarten, ist der Bitterling in manchen Regionen Mitteleuropas eine bedrohte Fischart geworden. Durch Gewässerverschmutzung und -unterhaltungsmaßnahmen (Baggerarbeiten etc.) sind die Bestände dieser Muscheln vielerorts zurückgegangen oder sogar ausgerottet worden. Fisch des Jahres 2007 Schleie (Tinca Tinca ) Der Verband der Deutschen Sportfischer (VDSF) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz haben diese, als an sich robust bekannte Fischart der Fließ- und Teichgewässer als gefährdete Fischart erkannt und deshalb zum Fisch des Jahres 2007 gewählt. Der massive Rückgang der Schleien Populationen ist in verschiedenen Regionen doch schon sehr erheblich. Ursachen dafür sind: Gewässerverbauungen, Rückgang von krautreichen Uferzonen und in den starken Fraßdruck der überhöhten Kormoranbeständen. Für Kormorane ist die Schleie eine sehr leichte Beute, da sie am Tage sehr träge an Boden ruht und durch ihre schleimige glatte Haut gut von den Kormoranen (Phalacrocorax carbo sinensis) herunter geschlungen werden kann. Die Schleie ist in ganz Europa bis nach Sibirien, ausgenommen Nordskandinavien, Nordschottland, Island, Südgriechenland, Süddalmatien und die Krim, verbreitet. Sogar in Höhen von 1600 m NN und in der schwach salzhaltigen östlichen Ostsee ist sie anzutreffen. Als scheuer, dämmerungs- und nachtaktiver Grundfisch bewohnt er langsam fließende Gewässer und wärmere, klare Seen mit schlammigen Untergrund und dichten Planzenbeständen. Gute Schleienseen sind mit Hornkraut, Wasserpest, Tausendblatt, verschieden, Laichkrautarten, Wasserhahnenfuß, Krebsschere besiedelt. Tinca Tinca ist ein genügsamer Fisch der eine Wassertemperatur von 1-30°C verträgt, kann aber über 30°C in eine Art Wärmestarre verfallen und unter 4°C geht sie dicht über dem Boden oder im Bodenschlamm in Winterruhe und ist dann wieder leichte Beute für Wels und Kormoran. Durch die hohe Temperaturverträglichkeit kommt die Schleie noch mit einem Sauerstoffgehalt von 1 mg/l aus und der letale ph Grenzbereich liegt unter ph 4,5 und über ph 10,8 Die Schleie gleicht durch ihre enorme Fruchtbarkeit die natürliche Mortalität aus. Die Männchen werden mit zwei-drei Jahren und die Weibchen ein Jahr später fruchtbar. Die beiden Geschlechter sind deutlich zu unterscheiden. Die Milchner haben kräftige, verdickte Bauchflossen. Wenn sich das Wasser auf 19°C-20°C erwärmt hat, beginnt die Laichzeit der Schleien. Da die Laichzeit Wassertemperatur abhängig ist, kann sie von Mai bis August dauern, besonders an schwülen und windstillen Tagen legen die Weibchen in mehreren Laichstößen ca. 300 000 - 600 000 nur 0,8mm-1,0mm große grünliche, sehr klebrige Eier in die Wasserpflanzen ab. Die Eientwicklung dauert ca. 3 Tage. Nach dem Schlüpfen heften sich 4-5 mm langen Larven mit ihren Klebedrüsen am Kopf an Wasserpflanzen und bleiben daran hängen, bis ihr Dottersack aufgebraucht ist. Das Wachstum der Schleien ist sehr unterschiedlich. In unserer Region zählen Schleien mit 40 cm Länge und einem Gewicht von 2 kg zu den Großen, aber zum Osten hin können Schleien bis zu einer Länge von 80cm und einem Gewicht von 10 kg groß werden. In unseren Seen und Flüssen wachsen Schleien langsam. Einsömmrige Schleien (S0-S1) werden 4-8 cm lang und 5-10 g schwer, zweisömmrige (S1-S2) 10-15 cm und 40-100 g und dreisömmrige (S2-S3) 20-30 cm und 200-300 g. Die Schleien gehören zu den beliebten Angelfischen und sind sehr schmackhafte Speisfische. Wegen ihrer winzigen Schuppen können sie mit der Haut ohne großen Aufwand gebraten werden. Sie werden sogar von manchen Anglern dem Karpfen vorgezogen. Petri Heil und Bon Appetit! Georg-Heinrich Fries 1. Gewässerwart Der Fisch des Jahres 2006  Wie Ihr unschwer erkennen könnt, handelt es sich hier um einen Grundfisch mit Namen Cottus gobio linnaeus (1758). Gemeinhin Groppe, Mühlkoppe, Kautzenkopf oder Kaulkopf genannt. Lebensraum und Biologie Die Groppe ist ein typischer Grundfisch mit zurückgebildeter Schwimmblase. Sie besitzt einen keulenförmigen, leicht abgeplatteten unbeschuppten Körper. Die beiden Rückenflossen sind durch eine Flossenmembran verbunden. Das leicht unterständige Maul hat eine große Maulspalte. Die Seitenlinie verläuft unter hohlziegelartigen Schüppchen. Die Färbung ist graubraun bis braun und passt sich der Farbe des Untergrundes an. Die Männchen können von dem Weibchen durch ihren größeren Kopf und dem breiteren Maul, vor allem jedoch durch die röhrenartig verlängerte Genitalpapille unterschieden werden. Die Groppe bevorzugt die Gewässer der Forellenregion; sommerkühle Seen werden jedoch auch besiedelt. Als schlechter Schwimmer geht sie der Nahrungssuche in den Abend- und Nachtstunden nach. Tagsüber verstecken sie sich zwischen Steinen, wobei ihnen ihre dem Untergrund angepasste Tarnfärbung zu Gute kommt. Die Nahrung besteht vor allem aus Flohkrebsen und Insektenlarven. Als Laichräuber wird die Groppe immer noch weit überschätzt. Verbreitung in Deutschland Die Groppe verbreitet sich auf natürliche Weise über das gesamte Gebiet der BRD. Durch die Gefährdungsfaktoren der letzten Jahrzehnte sind die Vorkommen jedoch stark dezimiert und lokal oft total vernichtet worden. In den verschiedenen Bundesländern sind sie als stark gefährdet bzw. potentiell gefährdet eingestuft. Gefährdungsfaktoren Relativ oft auftretende Belastungsspitzen in Gewässern führen nicht unbedingt zum Absterben einer Groppenpopulation, bewirken jedoch das Abwandern der Groppen. Ein Zurückwandern ist dann meist durch vorhandene Querbauwerke unmöglich. Schutz Wichtigstes Ziel sollte die Vermeidung von Gewässerverschmutzung sein. Die Gewässer sollten auch für kleine Bodenfische wie die Groppe durchwanderbar sein. In Rheinland-Pfalz ist sie durch das LFG geschützt und darf nicht gefangen werden. Fortpflanzung Die orangefarbenen Eier werden vom Weibchen in Klumpen unter Steinen abgelegt. Bis zum Schlüpfen, was 4-5 Wochen dauern kann, werden sie vom Männchen bewacht. Die Larven besitzen nach dem Schlupf einen großen Dottersack, von dem sie noch 10-12 Tage zehren. Erst dann sind sie schwimmfähig und können der Nahrungssuche nachgehen. |